Zeche könnte riesiger Stromspeicher werden

Die einzige noch aktive Zeche im Ruhrgebiet könnte nach ihrer Schließung zum riesigen Stromspeicher für 450.000 Haushalte werden.

Für die letzte Zeche im Ruhrgebiet gibt es eine neue Chance: Das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop könnte nach seiner Schließung Ende 2018 zum riesigen Stromspeicher umgebaut werden.

Die Idee ist umsetzbar, hat eine Machbarkeitsstudie ergeben. André Niemann, Duisburger Professor für Wasserbau, sagte bei der Vorstellung eines Gutachtens in Bottrop, von der Geologie her sei die Zeche geeignet. Die Kosten von etwa 250 bis 300 Millionen Euro lägen nicht höher als bei oberirdischen Speicherkraftwerken, die Bauzeit käme auf etwa fünf Jahre.

Speicher dringend nötig

Um die immer größere Menge an Ökostrom aufzunehmen und zwischenzulagern, werden Speicherkraftwerke dringend gebraucht. Und da die Zeche unter der Erde liegt, wäre in diesem Fall wohl die Akzeptanz der Bevölkerung gegeben. Oberirdische Anlagen stoßen vielfach auf Proteste von Umweltschützern, mehrere Großprojekte wurden deshalb in den vergangenen Jahren wieder aufgegeben. Ein Pumpspeicherkraftwerk in einer Steinkohlezeche wäre weltweit einmalig und würde „enorme Strahlkraft“ auch für den Export entfalten, so Niemann.

In einem Pumpspeicherkraftwerk wird Wasser bei Stromüberschuss in ein höher gelegenes Reservoir gepumpt. Wird wieder Strom benötigt, wird das Wasser abgelassen und erzeugt über Turbinen Energie. Niemann geht im Fall von Prosper-Haniel von einem Speichervolumen von 600.000 Kubikmetern aus.

Noch nicht rentabel

Allerdings rechnet sich angesichts des sehr niedrigen Börsenstrompreises ein Pumpspeicherkraftwerk derzeit nicht. NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) fordert deshalb bessere politische Rahmenbedingungen, damit das Pumpspeicherkraftwerk wirtschaftlich laufen könne.